Programmbeobachtung Juni 2026: Die multimediale Regionalredaktion

Seit Dezember 2025 arbeitet das Regionaljournal Zentralschweiz multimedial. Audio, Online und Video entstehen nun parallel zu denselben Themen. An der Sitzung vom 10. Juni 2026 diskutierte die Beobachtungsgruppe anhand verschiedener Beispiele – von Drohnenflügen in Uri über die Luzerner Wagner‐Studie bis zur PFAS‐Belastung im Zugersee –, wie diese neue Arbeitsweise wirkt.

Die Qualität der Beiträge wurde insgesamt positiv beurteilt. Das Audio bleibt ein wichtiges Format: klar geführt, gut strukturiert und weiterhin von grossem journalistischem Mehrwert. Die Online‐Artikel ergänzen sinnvoll, indem sie Hintergründe, Links und zusätzliche Stimmen bieten. Die Video‐Umsetzungen schaffen Anschaulichkeit. Letztere wurden teilweise als zu lang empfunden; aus Sicht der Beobachtenden wäre hier etwas mehr Prägnanz erwünscht.

Trotz einzelner Kritikpunkte zeigt sich aus Sicht der Programmbeobachtenden ein deutlicher Mehrwert. Die Formate verstärken sich gegenseitig, statt sich zu wiederholen. Themen gewinnen an Tiefe, und die stärkere Abstimmung innerhalb der Redaktion führt zu einer spürbar besseren regionalen Verankerung. Man ist sogar der Ansicht, dass die multimediale Regionalredaktion eine Chance ist, regionalen Themen auf der nationalen Ebene mehr Sichtbarkeit zu geben.

Beim Mediennutzungsverhalten zeigt sich kein grundlegender Wandel. Viele bleiben dem linearen Radio treu, nutzen Online als Ergänzung und Video selektiv. Dennoch wird Online zunehmend zum Einstiegspunkt, während Audio die Vertiefung liefert und Video die emotionale Rahmung übernimmt.

Insgesamt bestätigt die Beobachtung: Die multimediale Regionalredaktion ist ein sinnvoller Schritt in die Zukunft. Entscheidend bleibt jedoch, dass jedes Thema das passende Format erhält – und dass die Verdichtung nicht dem Anspruch der Multimedialität geopfert wird.

Text: Tobias Arnold, Ressortleiter Programmbeobachtung SRG Zentralschweiz

Bild: Magazin LINK, Das Magazin der SRG Deutschschweiz, Coverbild, Mikrofone vor TV-Screens in Unschärfe. Copyright: SRF/Oscar Alessio

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